Das blinde Haus

ich hatte Dir von jenem Haus erzählt, das es nicht gab, und es Dir darum umso genauer beschrieben, wie es dort hing, eingeklemmt zwischen zwei fühllosen Gründerzeitbauten, eingeklemmt hing, mit den fünf niedrigen Etagen, schiefen Fenstern, dem rissigen und verquollenen Fachwerk, eingeklemmt hing zwischen zwei fühllosen Gründerzeitbauten in der Zenogasse, einer Zenogasse, die mit unserem Betreten die sieben Meter neunzig gewachsen sein musste für dieses Haus aus einer Zeit ohne Nummern, nur mit dem Vermerk über den Bauherren, einen Herrn Anton Michel, als ob die Gasse gewachsen sei, und dies doch nur auf unserer Seite, auf der das Haus zwischen den Häusern hing, vor dem violetten Nachthimmel eingeklemmt, als hätten sich die Gehsteigplatten einfach dupliziert, das Moos in den Fugen sei in ein Nichts gewachsen, in diese sieben Meter neunzig Ungewissheit vor jenem Haus, das es nicht gab

ascheflocken die raben vor dem dezembergrauen (blaugrau…) abendhimmel

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